Aktuelles

Bildrechte: © Daniel Biskup

Aktuelles

Sawsan Chebli unterstützt Stolperstein-Initiative Stierstraße

Sawsan Chebli unterstützt Stolperstein-Initiative Stierstraße

Am Montag, den 19. Oktober habe ich gemeinsam mit Stolperstein-Initiativen aus Berlin-Charlottenburg die Stolpersteine rund um den Prager Platz geputzt. In einem Tagesspiegel-Artikel vom 06.10.2020 bat die Stolperstein-Initiative Stierstraße um Hilfe und diesen Hilferuf griff ich auf, um die Arbeit der Stolperstein-Initiativen in Charlottenburg-Wilmersdorf und ganz Berlin zu stärken.

Privat engagiere ich mich schon für mehrere Stolpersteininitiativen. Leider werden immer wieder Stolpersteine von Rechten herausgerissen und geschändet. Durch Spenden können die Steine so schnell wie möglich ersetzt werden, damit den Opfern des Holocaust weiterhin würdevoll gedacht werden kann. Am liebsten packe ich jedoch bei Putzaktionen wie der heutigen selbst mit an.

Stolpersteine sind ein zentraler Bestandteil der Erinnerung an die Opfer der unvorstellbaren Verbrechen des Nationalsozialismus und mahnen subtil, aber vor allem beständig. Durch die Stolpersteine wird das Ausmaß des Holocaust mit seinen 6 Millionen Ermordeten noch einmal deutlicher gemacht. Jeder Einzelne dieser Steine steht für ein Leben, das von den Nazis brutal ausgelöscht wurde. So sorgen die Stolpersteine dafür, dass die Namen der Menschen nicht verschwinden, deren Existenzen so grausam vom Holocaust verschlungen worden sind. Dass öffentlich und permanent an diese Menschen und Schicksale erinnert wird.

Aber es ist eben nicht nur das Verlegen der Steine, das den Weg für die Erinnerung im wahrsten Sinne des Wortes ebnet. Die Biografien derer, an die die Stolpersteine erinnern, müssen recherchiert, die Steine gepflegt und Aktionen organisiert werden, damit die Erinnerung an kommende Generationen weitergegeben werden kann. Und deswegen brauchen diese Initiativen unsere Hilfe.

Stolpersteine sind so wichtig für die Erinnerung an den Holocaust, weil sie konkret und als etablierter Teil unseres Alltages dazu beitragen, die Erinnerung und das Gedenken wachzuhalten. Weil sie aufzeigen, wo Ermordete gelebt haben, bevor ihr Leben dem Nazi-Terror zum Opfer fiel.

Gerade in Charlottenburg-Wilmersdorf sind besonders viele Stolpersteine verlegt. Das Erinnern an den Holocaust ist somit ein wichtiger Teil unserer Kiezkultur. Stolpersteine helfen dabei, aktiv Verantwortung für eine gerechtere und bessere Zukunft zu übernehmen, in der niemand mehr aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden kann. Stolpersteine stehen für eine Erinnerungskultur, die Gemeinsamkeit schafft und fördert.

In Zeiten, in denen rassistisches und antisemitisches Gedankengut beständig neue Anhänger*innen findet, in denen Angriffe auf jüdische Einrichtungen an der Tagesordnung sind, ist es wichtig, Zeichen zu setzen und sich aktiv für ein würdevolles Gedenken an den Holocaust zu engagieren. Und zu zeigen, dass Rassismus und Antisemitismus keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.

Zurück